
Foto: GREMM
Der Beluga, oder auch Weißwal, fasziniert durch seine helle, weiße Haut, durch die er einerseits einen klaren Kontrast zum umgebenden dunklen Ozean bildet, und andererseits mit dem Weiß von Eisschollen oder Schaumkronen verschmilzt. Bei der Geburt ist ein Beluga-Kalb dunkelgrau, manchmal mit einer bläulichen oder bräunlichen Tönung, die mit dem Alter aufhellt. Zwischen dem fünften und dem zwölften Lebensjahr wechselt die Farbe des Belugas auf reines Weiß. Bei erwachsenen Belugas kann man oft einen Gelbstich in der Hautfarbe feststellen, den die Wale aber während ihrer Sommerhäutung wieder ablegen. Bei der Sommerhäutung treffen sich große Gruppen von Belugas in Küstennähe und schwimmen sich in den Flachwassergebieten am Untergrund die alte Haut ab.
Sing‘ mir ein Lied
Der kräftige Körper der Belugas ist mit einer dicken Fettschicht (Blubber) umgeben, die sie vor den arktischen Temperaturen schützt. Belugas haben einen kurzen Schnabel und eine große, kugelige Melone. Sie können die Form sowohl der Melone als auch des Gesichts verändern, um ihre erstaunliche Vielfalt an Lautäußerungen zu erzeugen. Als einer der stimmfreudigsten Wale wurde der Beluga von frühen Seefahrern auch als „Kanarienvogel des Meeres” bezeichnet. Tatsächlich sind Lautäußerungen von Belugas oft auch über Wasser und sogar durch den Schiffsrumpf zu hören.
Belugas können eine große Bandbreite an Tönen erzeugen. Wissenschaftler konnten bereits über 50 verschiedene Lautäußerungen unterscheiden. Ihr Sonar- und Echolotsystem ist ebenfalls sehr weit entwickelt. Damit können sie sich auch in sehr seichtem Wasser orientieren, durch dickes Packeis navigieren, packeisfreie Stellen lokalisieren und Luftblasen unter dem Eis finden.
Schneide mir eine Grimasse
Gemeinsam mit ihren nördlichen Verwandten, den Narwalen, sind die Belugas die einzigen Waltiere, die ihren Gesichtsausdruck deutlich verändern können. Bei manchen Gesängen erscheinen ihre Lippen sogar gerundet. Die Halswirbel sind, anders als bei den meisten anderen Waltieren, nicht verschmolzen, wodurch sie eine höhere Flexibilität besitzen.
Auf Wanderschaft
Die Verbreitung der Belugas reicht von den arktischen bis zu den subarktischen Gewässern und erstreckt sich sowohl auf das offene Meer als auch auf Küstenbereiche oder Flussmündungen. Manchmal wandern Belugas in den Sommermonaten hunderte Meilen die Flüsse hinauf, um zu ihren Geburtsplätzen zu gelangen. Belugas lieben das Eis und die Kälte und bewegen sich bis zu 700 km tief in die Polarregionen hinein, in der die eisbedeckte Fläche bis zu 90 % beträgt. Satellitengestützte Studien ergaben, dass sich Belugas in wenigen Monaten tausende Kilometer weit bewegen können und stetig 2,5-6 km/h schwimmen.
Ein Kampf ums Überleben
Zu den natürlichen Feinden von Belugas zählen Schwertwale und Eisbären. Außerdem besteht für Belugas immer wieder die Gefahr, im Packeis eingeschlossen zu werden. Weitere Gefahren, denen sich Belugas täglich ausgesetzt sehen, sind neben der zunehmenden Klimaerwärmung die Bejagung durch den Menschen, die Exploration und Förderung von Erdöl und Erdgas, die zunehmende Umweltverschmutzung, die Überfischung ihrer Nahrung und der Beifang.
Die IUCN (2008) stuft den Beluga in die Kategorie „Gefährdung droht” ein, die etwa 300 Individuen umfassende Population des Cook Inlet in Alaska gilt allerdings als vom Aussterben bedroht.
Quelle: Encyclopedia of Marine Mammals, WDCS Online-Artenführer